So rechnet boxlab
boxlab ist ein Ingenieurwerkzeug, kein Orakel. Hier steht, womit gerechnet wird, welche Annahmen darin stecken und wo du der Simulation nicht blind trauen solltest.
Treiber
Thiele-Small-Parameter (Re, Le, Fs, Qms, Qes, Vas, Sd, Xmax, Pe) werden in ein elektro-mechanisch-akustisches Ersatzschaltbild übersetzt: Masse, Feder (Nachgiebigkeit), Reibung, Kraftfaktor Bl, Spulenwiderstand und -induktivität. Daraus entstehen Impedanz, Auslenkung und Schalldruck. Datenblattwerte stammen von den Herstellern; sie streuen und sind oft Nennwerte, keine Messungen deines Exemplars.
Gehäuse
- Geschlossen / Bassreflex / Passivradiator / Bandpass: konzentrierte Elemente. Boxvolumen als Feder (mit Füllung als leicht größeres Volumen), Port als Masse mit Mündungskorrektur, Verlustmodelle für Leckage (Ql), Portreibung und Strömung. Gehäusemoden optional als modale Summe.
- Transmissionline, Backloaded Horn, Tapped Horn, Ripol: Leitungsabschnitte als Wellenleiter (Webster-Gleichung bzw. Übertragungsmatrix) mit Verlusten.
- Open Baffle: Zwei-Punkt-Dipolmodell mit Schallwandabmessung; vereinfacht.
Maximalpegel
Max-SPL ist das Minimum aus Hubgrenze (Xmax), elektrischer Grenze (Pe bzw. Spannung des Verstärkers), Port-Strömungsgeschwindigkeit und optional thermischer Kompression. Verzerrung wird nur grob aus Bl(x)-Näherung abgeschätzt.
Aufstellung und Raum
Schallwandstufe aus der Geometrie, Boden-/Wandreflexionen als Spiegelquellen, Raummoden eines Quaderraums. Reale Räume sind komplizierter: Möbel, Türen, Dämmung.
Weiche und Messungen
Passive und aktive Filter werden komplex (mit Phase) gerechnet; importierte Messungen (FRD/ZMA) können einbezogen werden. Bauteiltoleranzen lassen sich per Monte-Carlo durchspielen.
- Keine Membranteilschwingungen (Breakup) oberhalb des Kolbenbereichs.
- Keine Nichtlinearitäten außer der groben Hub-/Klirr-Abschätzung.
- Keine Feldrechnung (FEM/BEM): Hörner, Waveguides und Gehäuse mit komplexer Geometrie sind Näherungen.
- Reale Boxen weichen durch Bauqualität, Dämmung, Leckagen und Treiberstreuung ab – messen schlägt rechnen.
Prüfung
Die Rechenkerne werden mit automatischen Tests abgesichert (z. B. Linkwitz-Transformation analog gegen digital, Isobarik-Impedanzhalbierung) und durch Regressionstests: Ändert sich die Physik nicht, bleiben die Ergebnisse zwischen Versionen identisch. Ergebnisse sind kein Gutachten; siehe Haftungsausschluss.